Warum nennen wir es SPAM? Der unerwartete Ursprung zwischen Dosenfleisch und englischem Humor

Wir entdecken, warum unerwünschte E-Mails SPAM genannt werden. Eine historische und technische Analyse, wie ein Monty-Python-Sketch dem häufigsten Problem der digitalen Kommunikation seinen Namen gab, von den Chats der 80er Jahre bis zu modernen Filtern bei GoBooksy.

Jan 9, 2026 - 00:06
Jan 14, 2026 - 15:38
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Warum nennen wir es SPAM? Der unerwartete Ursprung zwischen Dosenfleisch und englischem Humor
Konzeptionelles Bild, das den kulturellen Ursprung des Begriffs „Spam“ in der digitalen Kommunikation darstellt, inspiriert vom historischen Monty-Python-Sketch.

In unserer täglichen Arbeit bei GoBooksy beschäftigen wir uns ständig mit der Verwaltung, Filterung und Analyse von Kommunikationsströmen. Zwischen Mailservern, die tausende Nachrichten pro Stunde sortieren, und Sicherheitsprotokollen, die die Infrastrukturen unserer Kunden schützen, gibt es eine universelle Konstante, ein Hintergrundrauschen, das niemals aufhört, an die digitalen Türen zu klopfen: Spam. Oft werden wir gefragt, ob dieser Begriff ein technisches Akronym ist, vielleicht so etwas wie "Short Pointless Annoying Message", aber die Realität ist ganz anders und hat ihre Wurzeln in einem analogen Boden, bestehend aus verarbeitetem Fleisch und britischer Comedy.

Um zu verstehen, warum wir dieses Wort verwenden, um Datenmüll zu definieren, müssen wir uns für einen Moment von den Bildschirmen entfernen und ins Jahr 1970 zurückkehren. In jenem Jahr strahlte die englische Komikergruppe Monty Python einen Sketch aus, der Geschichte schreiben sollte und in einem Café in Bromley spielte. Die Szene ist surreal: Eine Kellnerin listet ein Menü auf, in dem jedes einzelne Gericht "Spam" enthält, den Handelsnamen eines Dosenfleischs der amerikanischen Firma Hormel Foods. Während die Kellnerin das Wort zwanghaft wiederholt und eine Kundin verzweifelt versucht, etwas zu bestellen, das kein Spam enthält, beginnt eine Gruppe von Wikingern, die im Lokal sitzen, im Chor "Spam, Spam, Spam, Spam" zu singen und dabei die Lautstärke so weit zu erhöhen, bis sie die logische und vernünftige Unterhaltung der anderen Gäste vollständig übertönen.

Genau in dieser Dynamik des "Ertränkens" nützlicher Kommunikation liegt die perfekte Analogie zu dem, was wir heute in unseren Posteingängen erleben. Wenn wir bei GoBooksy die Server-Logs beobachten, stellen wir fest, dass das Verhalten unerwünschter E-Mails genau diese Szene repliziert: Die unaufgeforderte, wiederholte und aufdringliche Nachricht erstickt legitime Nachrichten und macht es schwierig, das Relevante vom Hintergrundrauschen zu unterscheiden.

Der Übergang vom Fernsehen zu Computerterminals erfolgte in den achtziger Jahren, lange bevor das World Wide Web zu einem Masseninstrument wurde. In den ersten digitalen Gemeinschaften, wie den BBS (Bulletin Board Systems) und MUDs (Multi-User Dungeons), begannen Benutzer, den Begriff zu verwenden, um das Verhalten derjenigen zu beschreiben, die – aus Spaß oder Ärger – Text-Chats mit demselben, hundertfach wiederholten Satz überfluteten. Dieses Phänomen, technisch "Flooding" genannt, ließ den Text echter Gespräche verschwinden und zwang andere Benutzer, nur endlose Zeilen nutzloser Zeichen zu lesen. Genau wie die Wikinger, die die Stimme der Kellnerin übertönten, nutzten die ersten digitalen "Spammer" die Wiederholung, um den Informationsfluss zu sabotieren.

Mit dem Aufkommen des Usenet und später der kommerziellen E-Mail festigte sich der Begriff und verlor seine rein scherzhafte Konnotation, um die negative Bedeutung anzunehmen, die wir heute kennen. Es handelte sich nicht mehr nur um Störer in Chatrooms, sondern um massenhaften Versand von unaufgeforderter Werbung, Betrug und Phishing-Versuchen, die Bandbreite, Speicherplatz und menschliche Zeit verbrauchen. Die semantische Präzision ist bemerkenswert: Spam ist nicht durch seinen Inhalt definiert, sondern durch die Art des Versands und seine nicht einvernehmliche und wiederholende Natur.

Bei GoBooksy bemerken wir oft, wie sich der falsche Glaube hält, der Begriff habe militärische oder ingenieurtechnische Ursprünge. Die Wahrheit ist, dass Informatik eine zutiefst menschliche Disziplin ist, die von der Popkultur ihrer Pioniere beeinflusst wurde. Die Ingenieure und Entwickler, die die ersten Netzwerke bauten, waren oft Fans von Science-Fiction und Comedy und übertrugen ihren Wortschatz in den Code, den wir noch heute verwenden.

Interessant ist auch die Reaktion von Hormel Foods, dem Hersteller des Dosenfleischs. Anfangs besorgt über die negative Assoziation, akzeptierten sie die Situation schließlich mit Pragmatismus und baten nur um eine grafische Unterscheidung: "SPAM" in Großbuchstaben für ihr registriertes Produkt und "spam" in Kleinbuchstaben für Datenmüll. Eine Unterscheidung, die auch wir bei der Erstellung von Inhalten und der Verwaltung von Metadaten respektieren.

Heute ist der Kampf gegen Spam extrem ausgefeilt. Es geht nicht mehr nur darum, Schlüsselwörter zu filtern, sondern die Reputation von IPs zu analysieren, kryptografische Domain-Signaturen zu überprüfen und künstliche Intelligenz zu nutzen, um die Absicht des Absenders zu verstehen. Doch jedes Mal, wenn einer unserer Filter eine verdächtige E-Mail blockiert, bringen wir auf gewisse Weise immer noch diesen Chor von Wikingern zum Schweigen, der versucht, unsere Unterhaltung zu dominieren, und ermöglichen so, dass die Informationen, die wirklich zählen, ihr Ziel erreichen. Die Geschichte dieses Wortes erinnert uns daran, dass hinter jeder Technologie, auch der lästigsten, immer ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und glücklicherweise auch unseres Sinns für Humor steckt.